Das Personal-Karussel dreht sich rasant bei Google: Erst im März ist der Android-Chefentwickler Andy Ruin zurückgetreten, nun nimmt Android-Manager Hugo Barra seinen Hut und geht. Sein neues Wirkungsfeld wird in China sein, wo er weiterhin in Sachen Android für das Start-up-Unternehmen Xiaomi als neuer Vize-Präsident tätig sein wird.

Der Name Xiaomi ist in der westlichen Welt noch wenig bekannt, es handelt es sich hier um einen aufstrebenden Smartphone-Hersteller mit Sitz in Peking. Dass es einen hochrangigen Manager eines weltbekannten Konzerns so weit wegzieht, spricht deutlich für den wachsenden Einfluss Chinas in der Smartphone-Branche, sei es in der Herstellung der Geräte und auch in der Entwicklung immer leistungsfähigerer Mobilfunknetze. Momentan wird an der Realisation des G5-Standards gearbeitet, das in der 5. Generation den Datentransport 100-fach schneller als das G4-Netz ermöglichen soll. Die Aufgabe von Barra ist es, Xiaomi auf dem internationalen Markt zu etablieren. Dazu gehört unter anderem auch die weiterführende Zusammenarbeit mit Google, ließ der US-Konzern verlauten und bestätigte heute offiziell den Abgang des Managers. Barras erklärt auf Google+ seinen Wechsel kurz und knapp in einem Statement.

Hugo Barra sucht eine neue Herausforderung

Ganz unbekannt in der Smartphone-Branche ist Xiaomi allerdings nicht mehr. Das schnell wachsende Unternehmen hat sich in seiner dreijährigen Tätigkeit mit Spitzengeräten zu günstigen Preisen bereits einen guten Namen gemacht. Die Geräte liegen unter 250 Euro, das jüngste Modell bekommt man schon für ca. 100 Euro. Im Gegensatz zu Mitbewerbern wie Yulong oder Huawei bedient sich Xiaomi einer ausgefeilten Marktstrategie, die auch prompt den Nerv der Konsumenten getroffen hat. Die Begrenzung der Stückzahl der ersten Smartphones im Online-Verkauf erzeugte 2011 so einen vorprogrammierten Hype bei der Kundschaft, dass alle Geräte in kürzester Zeit vergriffen waren und zusätzlich wurde jedes neue Produkt mit aggressivem Marketing beworben. Bereits 2012 wurden 7 Millionen Handys verkauft, und 2013 wurde diese Marke bereits im ersten Halbjahr erreicht. Momentan liegt der Anteil Xiaomis auf dem chinesischen Smartphone-Markt bei fünf Prozent, genau wie Apple. Lenovo hat zwölf Prozent inne und Marktführer ist Samsung mit 18 Prozent. Die Bewertung des Unternehmens liegt momentan bei 10 Milliarden Dollar. Der komentenhafte Aufstieg des Unternehmens hat daher reges Interesse bei Investoren hervorgerufen.

Die Verbindung zu Google bleibt bestehen

Da Umsatz nicht gleichbedeutend mit Gewinn ist, der bei diesem scharf kalkulierten Geschäft dementsprechend gering ausfällt, müssen die Umsatzzahlen über die verkaufte Menge hereingeholt werden. Oder ein zweites Standbein muss her, um die Bilanz bei dem hohen Konkurrenzdruck wirtschaftlich zu gestalten. So setzt Xiaomi einen weiteren Schwerpunkt auf den Verkauf von Zubehör wie farbige Schutzhüllen, Akkus und Merchandise-Artikel vom Firmenmaskottchen, einem kleinen Hasen. Xiaomi verkauft auch eine Set-Top-Box, mit der über das Internet lizensierte Inhalte auf den Fernseher gestreamt werden: Als Betriebssystem wird Android verwendet, genau so wie auf den angebotenen Smartphones – der Kreis zu Google schließt sich mit dem Zugang des Android-Chefentwicklers Barra.


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