Auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo haben die Entwickler des modularen Smartphones PuzzlePhone eine Kampagne gestartet. Das Ziel der in 39 Tagen endenden Kampagne ist 250.000 US-Dollar mit denen die erste Charge des Smartphone-Modells finanziert werden soll. Bisher konnten 58.148 US-Dollar von über 130 Unterstützern eingesammelt werden.

PuzzlePhone – Finnische Entwicklung

Das PuzzlePhone ist eine Entwicklung des finnischen Unternehmens Circular Devices und soll als Konkurrenz zum modularen Smartphone Google Ara etabliert werden. Die Entwickler haben das PuzzlePhone in die drei Bereiche Herz, Rückgrat und Hirn aufgeteilt. Das Hirn setzt sich aus der Kamera, Arbeitsspeicher, Flashspeicher, CPU und GPU zusammen. Das Display und der Rahmen sind das Rückgrat des modular aufgebauten Smartphones. Die Rückseiten-Module werden in den Rahmen geschoben und sollen sich leicht austauschen lassen. Das Herz besteht den Erfindern zufolge aus dem Akku und Elektronik. Im Dezember 2014 wurde der Öffentlichkeit der erste Prototyp des PuzzlePhone vorgestellt.

Nach bisherigen Plänen sollte die erste Serie des PuzzlePhones in der zweiten Jahreshälfte produziert werden, aber dieser Zeitplan wurde nun verschoben. Die Auslieferung soll Circular Devices zufolge im September 2016 erfolgen. Die Einsteiger-Variante des PuzzlePhone mit 16 GB Flashspeicher kostet 299 Euro und für die zweite Version mit 32 GB werden 399 Euro fällig. Die Limited Edition des PuzzlePhone kostet 699 Euro.

Technisch sind alle drei Varianten des modularen Smartphones gleich ausgestattet. Das Display bietet bei 5 Zoll Größe eine FullHD-Auflösung von 1920*1080 Pixeln und als CPU wurde ein 64 Bit Octacore-Prozessor verbaut. Der Arbeitsspeicher beträgt 3 GB und unterstützt die CPU bei seiner Arbeit. Im Bereich Kommunikation werden die Standards UMTS, WLAN, GPRS, GSM, HSDPA und LTE unterstützt. Zum drahtlosen Datenaustausch steht Bluetooth 4.2 zur Verfügung. Der Nachbereichsfunk NFC und GPS-Navigation lassen sich ebenfalls nutzen.

Bei den Anschlüssen stehen ein USB 2.0/3.0-Port bereit. Die Kapazität des Akkus beläuft sich auf 2800 Milliamperestunden und dürfte für eine Akkulaufzeit von bis zu einem Tag reichen. Das PuzzlePhone wiegt 160 Gramm und befindet sich in einem hochwertigen Kunststoffgehäuse mit metallischen Designelementen. Zum Fotografieren wurde eine 12 Megapixel Kamera mit LED-Blitzlicht verbaut und für Selfies oder Videotelefonate befindet sich auf der Frontseite eine 5 Megapixel Kamera. Als Betriebssystem wird Google Android 6.0 Marshmallow installiert sein.

Der Käufer erhält mit dem PuzzlePhone ein Ladegerät, USB-Kabel, Kopfhörer, Garantiekarte und eine Bedienungsanleitung. Das Team von Circular Devices vereint nach Firmenangaben über 200 Jahre an technischer Erfahrung. Unterstützt wird das Unternehmen von seinen Partnern Grant4Com, Haltian, Antcore und PS Audio, die alle im finnischen Oulu beheimatet sind. Die Stadt Oulu gilt als Finnlands Silicon Valley.

Modulare Smartphones haben Vorteile

Ein modulares Smartphone wie das PuzzlePhone oder Google Ara bieten gegenüber klassischen Smartphone-Modellen entscheidende Vorteile. Die einzelnen Komponenten kann der Kunde selbst auswählen und sich auf diese Weise sein Wunsch-Smartphone zusammenbauen. Bei Bedarf kann er zum Beispiel einen alten Akku gegen einen neuen Akku austauschen oder den Octacore-Prozessor gegen eine CPU mit höherer Taktfrequenz wechseln.

Der Austausch der Komponenten erfolgt leicht, weil sich die Module einfach einschieben und einrasten lassen. In Zukunft dürfte es neben dem PuzzlePhone und Google Ara weitere modulare Smartphones geben. Die Preise für Modul-Smartphones sind vergleichbar mit Smartphone-Modellen der Mittelklasse und Oberklasse.

Die Individualität wird auf dem Mobilfunkmarkt verstärkt an Bedeutung gewinnen, weil die Kunden bezüglich der Ausstattung und Wünschen anspruchsvoller werden. Individuelle Smartphones könnten in drei bis fünf Jahren in Mobilfunkgeschäften von Kunden erworben und vor Ort das individuelle Gehäuse (Material, Farbe, Form) mit einem 3D-Drucker gedruckt werden. Der Kunde wählt nach dem Gehäuse die gewünschten Module für sein Wunsch-Smartphone aus und erhält es im Anschluss per Post oder kann es gleich vor Ort mitnehmen.

Bild: © Depositphotos.com / Batareykin


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Von Andreas Krämer

Andreas Krämer ist seit über 12 Jahren als Texter mit seinem Schreibbüro (www.sauerlandtext.de) aktiv. Er hat sich auf die Erstellung von Fachtexten, Blogbeiträgen, Newsartikeln und App-Testberichte für kommerzielle Webseitenbetreiber sowie Printmedien spezialisiert.